Die neue VDI 3866 Blatt 5 mit Ausgabedatum 06/2017 ist erschienen. Nach nunmehr zweijährigem Verweilen im Entwurfsstadium ist kürzlich die Neufassung erschienen.

Die wesentlichen Neuerungen sind optionale Probenvorbereitungsschritte, um die Nachweisgrenze mit angegebenen 1 Massen-% Asbest zu verbessern. Dieses erfolgt durch das Entfernen von nicht asbesthaltigen Probenbestandteilen. Hierzu ist neben der schon lange von uns praktizierten Veraschung des zu analysierenden Probenmaterials eine Suspensionsuntersuchung oder Säurebehandlung mit 10%-iger Salzsäure möglich. Insbesondere Kleber, Versiegelungen, Putze, Spachtelmassen und Estriche enthalten oftmals geringe Mengen an Asbest ( 0,1 % oder weniger) und sollten daher erst nach umfangreicherer Probenvorbereitung untersucht werden, um auch die womöglich geringen Asbestgehalte noch sicher nachweisen zu können.

Mit dem Neuerscheinen der VDI 3866 Blatt 5:2017-06 ist es nun möglich auch geringe Mengen an Asbest nachzuweisen und deren Gehalt als Schätzwert Cs anzugeben. Der Schätzwert Cs muss mit einer Messunsicherheit angegeben werden, die probenspezifisch berechnet wird.

In Teilen wurde die Vorgehensweise der SBH-Methode aufgenommen. Zusätzlich wird auf das IFA-Verfahren 7487 und auf die ISO 22262-2 verwiesen.

Probenfoto

Detailaufnahme einer künstlich hergestellten Probe mit 0,01 Gew.-% Chrysotilasbest nach Veraschung bei 400°C und Säurebehandlung, präpariert als Streupräparat.